Kirchen & Kapellen

Pfarrer

Mag. Hans Tinkhauser

Tel. 0676 8324 08 218

Heilige Messen in der Pfarrkirche Vandans

Sonntag, 09:30 Uhr (ab 01.09.2016 - 10.00 Uhr!)

Heilige Messen in der Pfarrkirche Gantschier und Gauenstein

Samstag, 18:30 Uhr

Weitere Termine für kirchliche Veranstaltungen finden Sie unter der Rubrik "Pfarramt Vandans"

Pfarramt

Franz Bitschnau-Weg 7
Tel. 05556 727 18

Die Kirche verändert sich und ist auch in Vorarlberg einem großen Strukturwandel unterzogen. Mit 01. September 2016 wird der Pfarrverband mittleres Montafon auf vier Pfarren erweitert, die im rechtlichen Sinn eigenständige Pfarreien bleiben. Folgende Pfarren gehören dann zum Pfarrverband:

Gantschier, Schruns, Silbertal, Vandans.

Damit eine funktionierende Seelsorge in den einzelnen Pfarreien stattfinden kann, muss sich die Kirche in ihren Strukturen immer wieder den innerkirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen. Das Ziel der Bildung von Pfarrverbänden - d.h. der Kooperation zwischen den Pfarrgemeinden - ist es, in einer angemessenen Weise auf die personellen Veränderungen in Gesellschaft und Kirche zu reagieren. Damit die pastorale Entwicklung des Pfarrverbandes und die pfarrübergreifende Zusammenarbeit funktionieren, werden im Pfarrverband neue Gremien geschaffen.  

Pfarrkirche zum Johannes der Täufer

Vor dem Hintergrund der Vandanser Steinwand erhebt sich die neue imposante Pfarrkirche von Vandans. Sie wurde in den Jahren 1958 bis 1960 nach den Plänen der Architekten Hans und Ingo Fessler, Innsbruck, erbaut und gliedert sich deutlich in drei Baukörper: die eigentliche Kirche, den Sakristeibau und den anschließenden Turm, der durch seine schlanke Form und der Distanzierung vom Hauptbau an eine Kampanile erinnert. Er beherbergt das aus dem alten Turm übernommene Bronzengeläute (cis e fis a). Der Hauptbau fällt dem Beschauer sofort durch den achteckigen Grundriss, das steile, an den Seiten weitherabhängende Satteldach und durch die Lamellenfenster auf, deren Betonglasflächen wie Waben wirken und dem Bau die "moderne" Note geben. An der hohen, schmalen Vorderfassade sieht man eine monumentale Bronzenplastik (von Emil Gehrer, Bregenz), St. Sebastian darstellend, davor einen wuchtigen Altarblock aus Granitporphyr mit den Namen der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege auf der Vorderseite (von G. Berthold, Bregenz).

Der Verbindungsbau enthält im Untergeschoss einen Pfarrsaal sowie die Eingangshalle zur Unterkirche. Letztere befindet sich unter der Hauptkirche genauer unter dem Prespyterium derselben und hat ca. 100 Bankplätze. Der wuchtige Altartisch ist aus Trientiner Marmor und die Stirnwand schmückt ein Reliefbild - Jesus wird von Johannes getauft -, vom heimischen Bildhauer Gerhard Bitschnau. Das Obergeschoß enthält eine nach dem Kirchen inneren offene Taufkapelle sowie zwei Sakristeiräume samt Verbindungsgang zum Turm. Zwischen Turm und Sakristeien schieb sich noch ein gedeckter Stiegenaufgang, der vom tiefer gelegenen Kirchplatz zum Seiteneingang und zum rückwärtigen Hauptportal führt. Damit ist ein schöner und besinnlicher Übergang vom Profanen zum Sakralbereich geschaffen. Rechts vom Kriegerdenkmal führt ebenfalls eine Freitreppe aus Schärdinger Granit hinauf zum Friedhof und zum Hauptportal. Die Portaltüren sind mit Kupferreliefs von Baumgartner, Schwaz, geschmückt.

Der Innenraum der neuen Kirche ist 28 m lang, 25m breit, 16m hoch und hat 480 Sitzplätze. Er wird von einer gewaltigen Sparrendecke freitragend überspannt. Zwei Beton rahmen samt den dazugehörigen Betonpfetten übernehmen den Großteil der Dachlast.

Von vier Seiten flutet das Licht durch die vom Boden bis zur Decke reichenden Lamellenfenster in den Kirchenraum, wobei es freilich durch das dicke farbige Glas und dessen Betoneinfassung viel von seiner Intensität einbüßt, dafür aber eine wundersame Farbigkeit gewinnt, die dem Kirchen inneren eine selten schöne, geradezu mystische Stimmung verleiht (Entwurf und Ausführung der Betonglasfenster: Florian Jakowitsch, Wiener-Neustadt). Das schönste Farbbild ergibt sich bei Sonnenschein zur Frühjahrs- und Herbst zeit jeweils am Vormittag.

Ein gewaltiges Holzrelief über dem Hochaltar (von Baumgartner, Schwaz), darstellend Christus am Kreuz, mit Maria und Johannes d. Täufer (Kirchenpatron) auf Jesus das Lamm Gottes hinweisen, beherrscht den ganzen Raum und zieht den beschaulichen Besucher zwingend in seinen Bann. Prespyterium und Schiff bilden eine Einheit, in der dem Hochaltar die dominierende Stellung und zugleich die Volksnähe gewahrt ist, welche von der heutigen Liturgie gefordert wird. Mitten auf dem Hochaltar aber thront noch wie einst der Tabernakel als kostbares Kleinod und eucharistische Mitte, ohne die Sicht auf das liturgische Geschehen nennenswert zu behindern (2001 aber glaubte man, dass dies nicht mehr gegeben ist, und so musste der Tabernakel auf einen Seitenaltar auswichen).

Rechts vom Hochaltar öffnet sich die Taufkapelle mit dem Taufstein. Den Übergang vom Prespyterium zum Schiff bildet eine einzige Stufe mit der Kommunionbank und den Ambonen links und rechts. Über den schlichten Seitenaltären befinden sich eine Marien- bzw. eine Josefsstatue (ebenfalls von Baumgartner). Altäre, Altarstufen, Kommunionbank, Ambonen und Taufstein sind aus grünem Serpentine erstellt (Lieferant: Firma Prenn, Rankweil). An den Seitenwänden ist ein in Zirbenholz geschnitzter Kreuzweg angebracht (ebenfalls v on Baumgartner). Im rückwärtigen Kirchenraum befindet sich die übliche Empore mit der neuen Orgel von Walker aus Ludwigsburg. Der Kirchenboden ist aus robustem Schweizer Klinker, das Kirchengestühl aus steirischer Föhre. Die Kirchenheizung ist als Bankheizung (Strahlenheizung) angebracht und stammt von der Firma Accum, aus Gossau in der Schweiz.

Alles in Allem: Eine der bemerkenswertesten "modernen" Kirchen bauten von zeitloser Schönheit und Klarheit, in der sich Architekten und Künstler aber auch der Opferwille der Gemeinde ehrendes Denkmal gesetzt haben.

Friedhofskirche

Friedhofskirche

Mit dem Jahr 1479 ist eine Kapelle bekannt. Im Jahre 1519 wurde eine Kaplanei der Mutterkirche Tschagguns begonnen. Nach baulicher Vergrößerung zu einer Kirche im Jahre 1614 wurde 1651 die Kirche zur selbständigen Pfarrkirche erhoben. Unter dem Architekten Josef Burtscher wurde die Kirche im Jahre 1777 vergrößert. Nach der Errichtung der Neuen Pfarrkirche am gegenüberliegenden Friedhofsende wurde die Alte Pfarrkirche im Jahre 1960 geschlossen. Nach umfassenden baulichen Maßnahmen konnte die Kirche wieder geöffnet werden und wird jetzt als Begräbniskirche genutzt.

Die Kirche ist ein barockes Langhaus mit einem eingezogenen Chor unter einem Satteldach mit Holzschindeldeckung. Sie hat einen südlich angestellten Kirchturm mit einer Zwiebelhaube, dessen untere Geschosse einen quadratischen Grundriss haben. Die zwei obersten Turmgeschosse sind achteckig.

Venser Bild

Wallfahrtskapelle Venser Bild

Entstehung
Ihre Entstehung verdankt die Kapelle einem aus menschlicher Not entsprungenen Gelöbnis. Der 1613 in Vandans wütenden Pest erlagen in drei Monaten 180 Einwohner südlich des Mustergielbaches. Eine gewisse Anna Planggin aus Vens gelobte nun eine Kapelle zu Ehren „Unserer Lieben Frau und des hl. Sebastian“ zu bauen, wenn der Ortsteil Vens verschont bliebe. Tatsächlich hielt die Seuche am Mustergielbach. Die Bitte fand Erhörung und noch im selben Jahr wurde eine Kapelle gebaut.

Geschichtliches
Anfangs gesichert auf einem Hügel erbaut, dessen Lage sich durch Aufschwemmungen und Terrainverschiebungen des Ladritschbaches (Vensertobel) allmählich veränderte, wurde die Kapelle 1697 um mehr als die Hälfte vergrößert  und 1698 mit einer kleinen Glocke versehen. Das heutige Langhaus wurde 1722 gebaut. 1769 eine größere Glocke angeschafft und die Kreuzwegstation eingesetzt. 1838 wurde die Kapelle durch Spende des Joh. Josef Huber aus Bürs größtenteils neu renoviert, benediziert und für Messzelebration auf drei Altäre eingerichtet.

Neuerliche Renovierungen erfolgten 1876,1822, sowie durch Gottfried Schoder aus Vandans im Jahre 1933. Im Jahr 1981/82 wurde die Trockenlegung der Außenwände, die Freilegung der Empore Untersicht und die Erneuerung der Kirchenbänke vorgenommen. 2005 wurde die Bemalung der Empore, dargestellt die 12 Apostel – die zweimal übermalt wurde, auf die Fassung von ca. 1762 freigelegt.

Nachdem im Verlauf des zweiten Weltkrieges auch die Glocken für Rüstungszwecke hatten abgeliefert werden müssen, konnte 1949 wieder eine neue, gestiftete Glocke geweiht und 1955 eine zweite dazu angeschafft werden, beide aus der Gießerei Graßmayer, Innsbruck.

Beschreibung
Die Kapelle steht am nördlichen Rande des Dorfes. Sie lehnt sich an den Hang und hat die Richtung nach Südwest, Der Chor ist etwas eingezogen und schließt such ihm in gleicher Firsthöhe der nochmals eingezogene Sakristeibau an. Darüber erhebt sich der kuppelgekrönte Turm. Die Kirche hat zwei Eingänge. Im Inneren überspannt das abgehängte Gewölbe Chor und Schiff. Die Kirche ist mit drei Barockaltären mit gewundenen, marmorierten Säulen ausgestattet.

Hochaltar
Den Hochaltar ziert ein Hochrelief vom Abendmahl (Predella-Stück), darüber thront das Gnadenbild: Mantelmadonna mit vergoldetem Kleid und dunklem Oberteil auf blauem Hintergrund mit dem Jesuskind, von den Rosenkranzrosen umgeben, mit gütig lächelndem Antlitz. (Die Ausführung erinnert an die alte Montafonertracht)

Zu beiden Seiten Bildtafeln: Links Maria Verkündigt, rechts Maria Heimsuchung. Darüber zwei Statuen: Links St. Antonius von Padua und rechts St. Sebastian. Über dem Gnadenbild ein barocker Kruzifixus. Auf beiden Seitentüren Reliefs von St. Sebastian (links) und St. Georg (rechts). Auf dem rechten Seitenfenster ist eine Glasmalerei (Stiftung) vom akademischen Maler Martin Häusle (+ 1966) angebracht. Es stellt die Flucht der hl. Familie nach Ägypten dar.

Seitenaltäre
Evangelienseite: Altargemälde (1631) mit Martyrium des hl. Sebastian (wahrscheinlich Kopie eines ital. Meisters). Im Obstück: Gott Vater, Predella: Holztafel mit Heiligenfries (16. Jahrhundert), Gemälde eines unbekannten tüchtigen Meisters: von links: S. Pirminius und St. Barbara, St. Rochus, St. Luzius und Magdalena.

Epistelseite: Altarbild: der hl. Bischof Martineinem Bettler eine Münze reichend. Im Obstück: St. Sebastian auf dem Altar: die Statue der Schmerzensmutter mit schwarzem Stoffgewand und mit ergreifendem Gesichtsausdruck.

Übrige Ausstattung
An der Brüstung der Empore: Die Bildnisse Christi und der zwölf Apostel. Vor dem rechten Seitenaltar: Barockgerahmtes altes Ölgemälde mit dem hl. Johannes Nepomuk. An der rechten Seitenwand: Zusammengefasste alte Votivtafeln. Die älteste Votivtafel aus dem Jahre 1710 (Mariahilf-Bild, nach Liukas Cranach) befindet sich im Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz, mehrere Votivtafeln sind im Heimatmuseum in Schruns aufbewahrt. Die in Späterenaissance ausgeführte Kanzel ist derzeit in der Wallfahrtskirche in Tschagguns in Verwendung

Rellskapelle zum heiligen Martin (auch Hubertuskapelle genannt)

Diese Kapelle wurde um 1750 von den damaligen Bewohnern, wohl unter größten Mühen zu Ehren St. Martin aufgebaut, um Gottes Segen und Schutz für Hirten und Herden zu erbitten. Ca. 1880 renoviert, nachweislich 1934. Zu dieser Zeit kam St. Hubertus als Schutzpatron hinzu. Aus dieser Zeit stammen auch die bleiverglasten Fenster, St. Martin, St. Hubertus, St. Josef und St. Albert.

1949 wiederum renoviert und mit Glocke und Turm versehen.

1979 durch die Straßenerhöhung baufällig geworden, wurde die Kapelle 3m südöstlich vom alten Standort in der heutigen Form unter Mithilfe vieler freiwilligen Helfer, Gönner, Förderer und Spender neu errichtet. Möge der Herrgott, es allen, die zum Bau dieser Gedenkstätte beitrugen, vergelten und seine Hand schützend über das St. Martin – Hubertuskirchle halten.

Mansaurakapelle Ganeu

Dieser Flur- oder Maisäßname dürfte mit dem lat. rom. Mansio-Herberge zusammen hängen: mansio sovra oder ma/n/son + sura-Oberdorf.

Mansaura liegt etwa eine Stunde vom Tal herauf auf dem Weg zur Alpe Platzis im Maisäßgebiet von Ganeu. Die Bodengestaltung zeigt, dass hier Erdrutschungen stattgefunden haben. Früher, vor unvordenklicher Zeit, sei das Kapellchen als Holzriegelbau entstanden, vermutlich um Schutz vor weiteren Abrutschungen zu erbitten. In seiner heimatkundlichen Skizze „Von der Alpe Platzis" schreibt der Heimatforscher Reg. Rat Hans Barbisch: „Die Kapelle auf Mansaura, erbaut 1870-1875, steht an jener Stelle, wo nach dem Volksbericht ein uraltes, baufälliges, hölzernes „Kilkli" stand, viel älter noch als die ersterbaute Sankt Johanneskirche im Tale unten (1479)."

Alte Leute erinnern sich noch, dass das Altärchen aus dem alten Holzriegelbau fortgenommen und lange Zeit im Haus Nr. 17 der Wildbachverbauung aufbewahrt worden sei. Nach dem Rüfe-Jahr 1868 sammelte Frz. Jos. Koller in Zwischenbach das Geld für den Bau einer neuen Kapelle, die zwischen 1870 udn 1875 erbaut worden ist und zur Renovierung des Altärchens. Hauptbild war ein Maria-Hilf-Bild, links und rechts St.Martin mit einem Bettler und St. Anton Pad., darüber Gott Vater; ebenso beidseits Statuetten St. Josef mit Kind und ein Apostel. Das Altärchen wurde von Peter Stemer in Vandans renoviert.

Weil die Kapelle im Wald stand und nur wenig Sonneneinstrahlung hatte, war sie ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt und so ergab es sich, dass bald wieder ein Zerfall eintrat. Nach dem sich niemand um die Kapelle angenommen hatte, zerfiel sie in verhältnismäßig kurzer Zeit. Lediglich ein paar Statuen wurden noch gerettet. Anfangs der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts fiel die Kapelle bis auf die Stirnwand in sich zusammen. Von freiwilligen Helfern und Spendern unterstützt, begannen am 08.April 1989 Hans Künzle und Gerhard Stampfer, die Kapelle an anderer Stelle, nahe dem Güterweg Ganeu, neu zu errichten. Die Kapelle konnte 1989 vollendet und am 17. September von Dekan Dr. Peter Bitschnau aus Tschagguns eingeweiht werden. Die Kapelle ist geziert mit einem Dachreiter, indem auch eine kleine Glocke hängt. Im Inneren befindet sich ein kleines Altärchen mit einem Muttergottes Bild und zwei Statuen aus der alten Kapelle.